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She She Pop
50 Grades of Shame
Ein Bilderbogen nach Wedekinds „Frühlings Erwachen“

FR
SA

17.3.
18.3.

20,00
20.00

PUBLIKUMSGESPRÄCH

 

GradesOfShameJudithBuss
Nach der Premiere im vergangenen März in München zeigen She She Pop diesen Bilderreigen inspiriert von Wedekinds Frühlings Erwachen und E. L. James Erotikroman 50 Shades of Grey nun in einer neuen Fassung mit älteren, jüngeren und ganz jungen Gästen aus der Tanz-, Performance- und Schauspiel-Szene. Nach dem Vorbild von Wedekinds utopischen Erziehungsmodellen ist die Bühne hier eine Lehranstalt und She She Pop und ihre Gäste bilden darin einen Lehrkörper.

Auf zwei großen Schautafeln auf denen durch mehrere Live-Kameras Überblendungen entstehen, inszenieren sich die verschiedene Akteure, Alte, Junge, Kinder, Frauen und Männer in einer Folge von Begegnungen. In wechselnden monströsen oder schlichten Aufmachungen und Posen zeigen sich unterschiedliche Generationen und Geschlechter, reale Körper und phantastische Ausgeburten, offenbaren sich strategische Authentizität und naive Imagination. Erfahrene Alte stehen neben unschuldigen Jungen, oder umgekehrt, keine Position ist sicher und niemand weiß verlässlich Bescheid.

Das Erleben von Sex verändert sich ständig - es ist historisch, politisch, biografisch und durch spezifische Kontexte bedingt. Noch die privatesten Aussagen über Begehren, Fortpflanzung, Geschlechterspezifik usw. sind Ideologie, sie sind Schall und Rauch, sie sind banal, langweilig oder Fiktion. Die Weitergabe von Wissen ist Penetration: eine geile Spielart unter anderen. Bei allem Zweifel und Unbehagen muss Aufklärung dennoch stattfinden. Was bedeutet Sex? Was macht eine Frau? Was ist ein Mann? Was weiß das Kind? Der intergenerationelle Lehrkörper von 50 Grades Of Shame stellt sich dieser Herausforderung. Als Anschauungsmaterial dienen den PerformerInnen die eigenen Körper und die darin angesammelte Scham.

50 Grades of Shame befasst sich mit dem Herstellen, Betrachten, Verändern und Umdeuten von Bildern: Bilder als Ideale, als Norm, Bilder des kollektiven und des eigenen Begehrens, Bilder als konkretes Beispiel, als Pornografie, Karikatur und zersetzende Kollage. Gemeinsam mit ihren Gästen arbeiten die PerformerInnen von She She Pop hier an einem neuen szenischen Format. Es gilt, die individuellen Körpergrenzen, das Alter, das Geschlecht, die eigene Scham und die mühsam errungene sexuelle Identität aufzugeben und vor der Live-Kamera miteinander zu verschmelzen in immer neuen, kollektiven Körperbildern. Jeder und jede, ob alt oder jung, ist bei aller Erfahrung naiv und muss doch den anderen belehren. Jeder und jede kann den anderen imitieren, parodieren, penetrieren. Es entsteht eine Ars Erotica für die Bühne - zwischen modernem Bilderbuch der Sexualaufklärung und spätmittelalterlichem Totentanz.

Das Geschehen auf der Bühne wechselt zwischen Kanzelpredigten, Dramenszenen aus Wedekinds Drama, Frontalunterricht und Rollenspielen – ohne feste Rollen für die Schauspieler.
Die Welt

Das Performancekollektiv She She Pop, hervorgegangen aus dem Studiengang der Angewandten Theaterwissenschaften der Universität Gießen, gehört zu den erfolgreichsten Gruppen der freien deutschsprachigen Theaterszene derzeit und regelmäßiger Kooperationspartner des FFT Düsseldorf. Mitglieder sind Sebastian Bark, Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Ilia Papatheodorou und Berit Stumpf. She She Pop sehen ihre Aufgabe in der Suche nach den gesellschaftlichen Grenzen der Kommunikation - und in deren gezielter und kunstvoller Überschreitung im Schutzraum des Theaters.
She She Pop

Konzept: She She Pop. Von und mit: Gundars Abolinš, Sebastian Bark, Daniel Belasco Rogers, Knut Berger, Lilli Biedermann, Jean Chaize, Anna Drexler, Jonas Maria Droste, Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Walter Hess, Christian Löber, Lisa Lucassen, Fee Aviv Marschall, Mieke Matzke, Ilia Papatheodorou, Florian Schäfer, Susanne Scholl, Berit Stumpf, Zelal Yesilyurt. Video: Benjamin Krieg. Bühne: Sandra Fox. Kostüme: Lea Søvsø. Musik: Santiago Blaum. Künstlerische Mitarbeit: Ruschka Steininger. Dramaturgie: Tarun Kade. Sounddesign: Manuel Horstmann. Licht: Michael Lentner. Technische Tourbetreuung: Florian Fischer, Sven Nichterlein. Video Assistenz: Philipp Hohenwarter. Übertitel: Anna Kasten (KITA). Produktion/PR: ehrliche arbeit — freies Kulturbüro. Tour-Organisation: Tina Ebert. Company Management: Elke Weber. Administration: Aminata Oelßner. Produktion: She She Pop, Münchner Kammerspiele. Koproduktion: FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt a.M., Kyoto Experiment. Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin — Senatskanzlei — Kulturelle Angelegenheiten.

Ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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