AUSSCHREIBUNG Performance Workshop

Anlässlich der geplanten Aufführung des neuen Stücks der Choreografin und Tänzerin TEZUKA Natsuko, 「壁」と戯れる / Mauerspiel, führt das Japanische Kulturinstitut einen Workshop zu körperlichem Ausdruck und Sprache mit TEZUKA Natsuko durch.

 

Datum Workshop: Mo 7. + Di 8.9.2020
Ort: Japanisches Kulturinstitut Köln
Dauer & Aufbau: Je 2 Teilnehmer zusammen mit TEZUKA Natsuko, je 2 Stunden pro Gruppe (mehrere Gruppen pro Workshoptag)
Sprachen: Japanisch + Deutsch (Dolmetscher anwesend)
Teilnahmegebühr: Kostenlos

 

Anmeldeschluss: Mi 26.8.2020
Bitte senden Sie das ausgefüllte Anmeldeformular per Mail an: konzert@jki.de
Da wir aufgrund der aktuellen Beschränkungen die Teilnehmerzahl begrenzen müssen, werden wir bis etwa Ende August über das Ergebnis informieren.

 

Der Workshop dient zeitgleich als Auswahlverfahren für eine*n deutsche Performer*in des Stücks der Performance 「壁」と戯れる / Mauerspiel, die am 16.+ 17.10.2020 im Japanischen Kulturinstitut in Kooperation mit dem FFT Düsseldorf stattfinden soll. Nach den Aufführungen wird zudem jeweils ein Künstlergespräch mit TEZUKA Natsuko durchgeführt.

 

Voraussetzungen für die Bewerbung sind, dass sie deutscher Muttersprachler*in und nicht japanisch bilingual aufgewachsen sind. Voraussetzung ist weiterhin, dass sie zur Erarbeitung der Performance am 9.+10.9.2020 sowie in einem abzusprechenden Zeitraum eine Woche vor der Vorstellung verfügbar sind. (Für die Teilnahme an der Probe sowie der Performance erhält die/der ausgewählte Performer*in ein Honorar).

 

 Ausschreibung zum Download 


 

TEZUKA Natsuko

Hallo! Ich bin Choreografin für zeitgenössischen Tanz und habe in Japan hauptsächlich meine Stücke durch eingehende Beobachtung des menschlichen Körpers gemacht. Vor etwa zwei Jahren bin ich mit meinem Sohn nach Berlin gezogen. Ich habe Sprachkurse besucht, aber kann immer noch nur sehr wenig deutsch sprechen. Die Sprachbarriere ist sehr hoch. Dennoch benutze ich meine sehr eingeschränkten Deutschkenntnisse, zusammen mit Gesten und Mimik, täglich, um mit verschiedenen Menschen zu kommunizieren, und erfahre dabei immer wieder Hilfe von anderen Personen.

 

Was sind die großen Unterschiede zwischen Japanisch und Deutsch? Meiner Meinung nach hängen die Kommunikationsgewohnheiten der im jeweiligen Land lebenden Menschen eng mit der Sprache zusammen. Als ich nach Deutschland kam, bin ich auf Unterschiede in den Gebräuchen und Empfindungen gestoßen, die sicherlich mit der deutschen Sprache in Zusammenhang stehen. So begann ich, mich für die Barriere (“Mauer”) zu interessieren, die zwischen beiden Sprachen, Japanisch und Deutsch existiert. Wollen wir nicht die so komplizierte und schwer zu greifende Mauer gemeinsam beobachten und mit ihr spielen? Im Workshop versuchen wir japanische und deutsche Ausdrücke, die es im Englischen nicht gibt, körperlich auszudrücken. Es werden u.a. Karten von Nomen, Verben, Präpositionen und Adjektiven erstellet, so dass auch Menschen, die diese Sprache nicht kennen, durch die Kombination dieser Karten Sätze bauen und dies körperlich aussprechen können. Wir verwenden den Körper, um uns dem Kern der Sprachen anzunähern. Lassen Sie uns dabei Spaß haben, die Beziehung zwischen Körper und Sprachen, also Deutsch und Japanisch, jeweils ans Licht kommen zu lassen.

 

Es ist egal, ob Sie Erfahrungen im Tanz haben oder nicht und das Alter und das Geschlecht spielt ebenso keine Rolle, so lange Sie Interesse an Körper und Sprache haben. Bitte begleiten Sie mich bei der intellektuellen Erforschung des Körpers.


mehr über TEZUKA Natsuko
Die Choreografin und Tänzerin TEZUKA Natsuko wurde in Yokohama, Kanagawa geboren. 1996 wechselte sie von Pantomime zum Tanz und versucht sich seitdem an einem „Trial-and-Error“-Stil, der nicht auf existierenden Techniken aufbaut. Seit 2001 arbeitet sie an ihrer “Anatomical Experiment” Serie, in der sie ihren eigenen Körper erforscht. Sie war mit “Anatomical Experiment –2” Finalistin für den Toyota Choreography Award. In Folge absolvierte sie Auftritte unter anderem in New York, Berlin, Jakarta, Rio de Janeiro. Seit 2018 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Der Workshop wird veranstaltet vom Japanischen Kulturinstitut Köln.