Der Oktober am FFT

Warum in der Ferne schweifen?

 

In den zurückliegenden Monaten hat sich unser Verhältnis zu dem, was wir unser Zuhause nennen, und zu der „großen weiten Welt“ ganz schön gewandelt. Wo fängt das Risikogebiet an, wo hört es auf? 

 

Wir stellen fest: Unser Bewegungsradius hat sich enorm verkleinert. Die Macht der Grenzen, die auch schon vor der Pandemie die Möglichkeiten, uns zu begegnen, reguliert haben, wird nun schmerzhaft bewusst. Viele müssen – wieder oder immer noch – drinnen bleiben, weil es sicherer ist. Treffpunkte wie das Theater müssen sich ganz neue Spielregeln einfallen lassen, um Begegnungen zu ermöglichen.

 

Wir laden Euch ein, diese neuen Räume und Möglichkeiten zu erkunden, die Künstler*innen sich ausgedacht haben, damit Ihr zusammen kommen könnt, um gemeinsam etwas zu erleben! Nahe und ferne, digitale, öffentliche und private Räume, draußen in der Stadt, im Internet oder auf dem eigenen Sofa. Denn eins steht fest: Um uns zu verbünden, müssen wir einander begegnen. Es reicht nicht, dass die Leitung steht und das richtige Hashtag gesetzt ist. Lasst uns eigene Plattformen gründen, die die Isolation überwinden und ein öffentliches, demokratisches Miteinander befeuern!

 

Let’s meet (again)!

e¯lektron aus Estland entwickeln ein virtuelles Theater. Gemeinsam mit e¯lektron und der Deutschen Oper am Rhein eröffnen wir am 5.10. unser Forschungsprojekt Digitales Foyer

 

machina eX testen in ihrem Wohnzimmer-Adventure Homecoming (1. – 23.10.) eure Krisenfestigkeit. Ihr spielt am Computer und bekommt Post nach Hause.

 

Auch pulk fiktion haben ein Spiel erfunden. Homewalk (15. – 31.10.) schickt Kinder zu Hause auf Abenteuer-Reise. Außerdem laden pulk fiktion ins Theater ein: Denken ohne Geländer (25. + 26.10.) ist eine Begegnung mit der Philosophin Hannah Arendt.

 

Marlin de Haan und ihr Team fragen in Die Frau vom Meer (1. – 4.10.), warum wir uns nach der Fremde sehnen und was uns bleiben lässt.

 

In einer digitalen Sneak-Preview seht ihr PATTAYA PATTAYA! (17.10.) vom Seniorentheater SeTA – eine Komödie über Exotik-Tourismus nach Carlo Goldoni.

 

Die Jugendlichen in Ingo Tobens Turning Points (24. – 31.10.) laden uns ein, an den Wendepunkten ihrer Biografien teilzuhaben.

 

Morgan Nardi und Kathrin Spaniol üben in Laudatio (27. – 30.10.), sich selbst und andere zu loben.

 

Die Internationale Koproduktionsreihe Who is speaking? experimentiert mit neuen Sprech- und Wahrnehmungsweisen. Claudia Bosse erprobt in ihrem Solo ORACLE and SACRIFICE 1 (28. – 31.10.) die Evakuierung der Gegenwart, inspiriert von den Praktiken antiker Leberorakel. Was wäre, wenn wir die Zukunft in unseren Organen tragen?

 

Weiterhin jeden Freitag: Willst du mit mir gehen? – Antje Pfundtners Walk & Talk mit Künstler*innen.

 

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Der Kalender zum Download