Die Kampagne

In all unserer Arbeit, Kunst, Bildung und Forschung setzten wir uns mit gesellschaftskritischen Themen auseinander. Dabei möchten wir zum Nachdenken anregen und verschiedene Perspektiven aufzeigen und diskutieren. In unserer Kampagne haben wir die vier wesentlichen Diskurse, an denen wir uns beteiligen, verdichtet. Zu Fragen, die berühren, die aufwühlen, und die zum Nachdenken anregen und dazu auffordern, Position zu beziehen. Unsere Fragen zielen nicht auf einfache Antwort, sie fordern Nach- oder Gegenfragen.

Genau das bietet das FFT. Fragen. Keine Antworten.

 

Raum- und Grenzkonzepte

Wir alle leben in Räumen, physisch, digital oder metaphorisch. Wir wünschen uns Räume, in denen wir uns wohl und sicher fühlen können. Häufig führt das Bedürfnis nach Sicherheit zum Errichten von Grenzen, die ausschließen und einengen. Das FFT ist ebenfalls ein Raum mit eigenen Regeln und Grenzen. Mit unserer Arbeit stellen wir die geistigen Räume des FFT und der Gesellschaft immer wieder in Frage. Testen Grenzen aus, um zu sehen, was passiert, wenn sie überschritten werden.

 

Posthumanismus

Gesellschaftskritik heißt für uns, bestehende Konzepte und vorherrschenden Common Sense zu hinterfragen. Angesichts des rücksichtslosen Umgangs mit den Ressourcen unseres Planeten, stellen wir die im Humanismus festgelegte Rolle des Menschen als überlegene Spezies in Frage. Künstliche Intelligenz, Robotik und Digitalisierung schaffen neue Verbindungen zwischen Mensch und Maschine. Wir fragen, ob der Mensch noch länger als das Maß aller Dinge gilt. Ob die Zukunft nicht überlebensfähigere Wesen hervorbringt und was unser Anteil daran ist.

 

Postkolonialismus

Auch in unserer angeblich freien und modernen Welt finden wir immer wieder Strukturen, die alten imperialen Mustern von Ordnung und Rangordnung folgen. Das FFT untersucht mit Künstlern und Wissenschaftlern diese kolonialistischen Systeme in der Gesellschaft, zwischen Gesellschaften und im Zwischenmenschlichen. Jede Form von Unterdrückung und Herrschaft braucht Beteiligte und Zuschauer, die es zulassen.

 

Postdemokratie/Demokratisierung

Der Wert der Demokratie hängt vom Standpunkt ab. Während viele sich auf den Weg machen, sie zu suchen, scheinen wir, die wir in ihr leben, ihr immer gleichgültiger gegenüberzustehen. Die postdemokratische Debatte untersucht Veränderungen der politischen Teilhabe und fragt, inwieweit das System überhaupt ein Erfolgsmodell ist. Gleichzeitig beschäftigt sich der Demokratisierungsdiskurs mit der Wiederbelebung eines einschlafenden Systems. Was braucht Demokratie, um demokratisch zu werden? Das FFT stellt sich beiden Strömungen mit internationalen Künstlern.

 

Die vier Fragen stehen zunächst für je ein Themenfeld. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber, dass sie viele Berührungspunkte und Überschneidungen haben. Mal kreuzen sie sich, mal laufen sie nebeneinander, aber immer spielen alle vier eine Rolle. Und in ihrer Kombination schaffen sie neue Felder. Als wären sie farbige Flächen, die Neues aus sich selbst heraus schaffen.

 


Das FFT wird gefördert durch die Landeshauptstadt Düsseldorf und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.