Internationale Performance-Reihe


Die Menschen haben sich den Weltuntergang schon immer in den schillerndsten Farben ausgemalt. „Die Vorstellung, in einer Endzeit zu leben, scheint eine Konstante zu sein“, schreibt der Philosoph Giorgio Agamben. Davon zeugen auch zahlreiche Beispiele in der aktuellen Kulturproduktion. Aber wem nützt das Zerrbild vom Ende aller Tage? Bringt es uns tatsächlich dazu, produktiv über eine bessere Zukunft nachzudenken?

 

Oder spielt es Angstmacher*innen und Populist*innen in die Hände, die mit einfachen Lösungen zur Rettung locken? Das FFT Düsseldorf zeigt fünf internationale Performances in der Reihe Eve of Destruction. Das Ende der Welt wird zum Ausgangspunkt fantastischer, grausamer, aber auch utopischer Vorstellungen.


 

Sichert euch bis zum 27.10. vergünstigte Tickets für die Reihe „Eve of Destruction“ im FFT!

 

Einfach eines der unten stehenden Stücke aussuchen, auf den Tickets klicken und direkt im Ticketshop zugreifen!

 


Via Negativa

365falls

 

Tagtäglich bemühen wir uns um Balance und Standfestigkeit. Trotzdem sind es die Stürze, Unfälle und Unsicherheiten, die die Weltgeschichte bestimmen. Via Negativa untersuchen das paradoxe Verhältnis zwischen der Notwendigkeit von Veränderung und unserem Wunsch nach Stabilität.

 

Kaum eine Gruppe für Performing Arts in Europa erforscht so ausdauernd das Verhältnis von Körper, Bühne und Publikum wie die slowenische Gruppe Via Negativa. Dabei entwickeln sie ein an die Body Art angelehntes Spiel mit Entblößung, Exzess und Gewalt.

 

Fr 8. + Sa 9.11., FFT Juta

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Helena Waldmann

Der Eindringling – eine Autopsie

 

Ein Stück, das unter die Haut geht: Mit drei Kung-Fu-Tänzern zieht Helena Waldmann Parallelen zwischen Biologie und Gesellschaft und dekonstruiert das Märchen vom „Fremdkörper“: Die vermeintlichen Angreifer von außen erweisen sich als überlebensnotwendig.

 

Die Tanzregisseurin Helena Waldmann erfindet ihre Kunst mit jedem Stück neu. Mit einem Team von Expert*innen unternimmt sie Tiefenbohrungen an den wunden Punkten unserer Zeit, in einer Welt, deren Möglichkeitsräume wir nicht annähernd auszuschöpfen wissen.

 

Fr 29. + Sa 30.11., FFT Kammerspiele

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Ariel Efraim Ashbel and friends

no apocalypse not now

 

Ausgehend von der griechischen Bedeutung des Wortes Apokalypse ( ποκάλυψις) – Enthüllung – entwirft no apokalypse not now eine überschwängliche, kritische und nichtsdestotrotz hoffnungsvolle Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Ende der Welt, wie wir sie kennen.

 

Der israelische Regisseur Ariel Efraim Ashbel erarbeitet mit einer Gruppe internationaler Künstler*innen Performances als Utopien. Dabei mischen sie afrofuturistische Elemente mit queerer Travestie, Operngesang und Rock-Show – hochmusikalisch, eklektizistisch und von digitaler Technologie inspiriert.

 

Fr 6. + Sa 7.12., FFT Kammerspiele

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AGORA Theater

Die drei Leben der Antigone

Von Slavoj Žižek

 

Der berühmte slowenische Philosoph Slavoj Žižek hat eine als unspielbar geltende Fassung der „Antigone“ verfasst. Felix Ensslin inszeniert sie mit dem AGORA Theater. Dabei geben sie der tragischen Heldin neue Optionen, denn das unentrinnbare Schicksal scheint in unserer modernen Welt ein überholtes Modell zu sein.

 

Das mehrsprachig arbeitende AGORA Theater aus dem belgischen St. Vith ist eine Institution der Grenz-Erfahrung. Kulturell verhandelt es permanent die Verbindungen und Differenzen zwischen der deutschen, französischen und flämischen Kultur, zwischen Identität und Pluralität, In- und Ausland, Land und Stadt, und nicht zuletzt zwischen Theater für jugendliches und erwachsenes Publikum.

 

Mi 22. + Fr 24. + Sa 25.1., FFT Juta

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Claudia Bosse / theatercombinat

THYESTES BRÜDER! KAPITAL – anatomie einer rache

 

In Senecas Tragödie „Thyestes“ beschreibt der Chor ein Verbrechen, das so unvorstellbar grausam ist, dass es die Welt aus den Angeln heben könnte. Basierend auf der Übersetzung von Durs Grünbein entwickelt Claudia Bosse eine begehbare Text-Raum-Choreografie, die uns mit dem Undenkbaren konfrontiert.

 

Das Wiener Künstlerkollektiv theatercombinat unter der Leitung von Claudia Bosse steht für experimentelle Produktionen im Grenzbereich von Installation, Performance und Choreografie. Radikal werden Körper und Stimme, Individuum und Ensemble, Raum und Architektur miteinander konfrontiert.

 

Mi 11. + Fr 13. + Sa 14.9.2019, Botschaft am Worringer Platz


Die internationale Performance-Reihe Eve of Destruction wird gefördert durch die Kunststiftung NRW. Die drei Leben der Antigone wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.