Lefebvre-Werkstatt (20.-24.9.2021)

„La proclamation de la Commune“ lesen

 

Henri Lefebvres Buch zur Pariser Commune erstmalig in deutscher Übersetzung – und eine Einladung, gemeinsam damit umzugehen: Textarbeit, Archiveinblicke und konviviales Zusammensein mitten in der Stadt.

 

20. – 24. September 2021, ab 17 Uhr, Planwerkstatt 378

 

Mit Klaus Ronneberger, Stadtsoziologe und Kulturwissenschaftler, Laura Strack, Übersetzerin und Theaterwissenschaftlerin, und Moritz Hannemann, Theaterwissenschaftler/Dramaturgie FFT

 

Anmeldung unter moritz.hannemann@fft-duesseldorf.de

 

Französischkenntnisse sind nicht notwendig. Wir freuen uns über einen Satz zum Interesse und – falls möglich – über Angabe der Termine, an denen teilgenommen werden kann.


Der französische Philosoph Henri Lefebvre, der heute insbesondere als Raumtheoretiker und Urbanist bekannt ist, schrieb in der ersten Hälfte der 1960er Jahre ein Buch über die Pariser Commune. Es erschien 1965 unter dem Titel La proclamation de la Commune und wurde bis heute nicht ins Deutsche übersetzt. Nach seinem Ausschluss (oder erzwungenen Austritt) aus der Kommunistischen Partei suchte Lefebvre in der Auseinandersetzung mit der achtzig Jahre zuvor niedergeschlagenen Commune nach neuen Perspektiven jenseits eines orthodoxen Marxismus. Mit Paris, dem Schauplatz des historischen Ereignisses, gerieten so zunehmend das Thema der Stadt und die mit ihr verbundene Frage der zivilgesellschaftlichen Selbstorganisation (autogestion) ins Blickfeld. Lefebvre begriff die Commune als „erste urbane Revolution“ der Moderne und den utopischen Versuch einer anderen, „von unten“ realisierten Stadtpolitik. Seine anschließenden Arbeiten zu Stadt- und Raumtheorie (Das Recht auf Stadt, 1968; Die Revolution der Städte, 1970; La production de l’espace, 1974) werden so im Buch über die Pariser Commune entscheidend vorbereitet.

 

La proclamation de la Commune liegt bis heute nicht in deutscher Übersetzung vor. Anlässlich von Place Internationale werden nun zentrale Kapitel erstmals übersetzt. In der Lefebvre-Werkstatt werden aktuelle Arbeitsfassungen dieser Übersetzungen gemeinsam gelesen und diskutiert. An fünf Tagen sollen dabei fünf Themenschwerpunkte bearbeitet werden: Lefebvres dramatisches Portrait des „Stils der Commune“; das „Bild von Paris“ und das mit ihm einhergehende Freiheitsversprechen; die Auseinandersetzung mit dem marxschen Begriff der Praxis und der „Ideologie der Commune“ sowie seine abschließenden Thesen zur Commune.

 

Die Werkstatt versteht sich als offener Arbeitszusammenhang, in dem unterschiedliche Interessen, Wissensstände, Motivationen und Hintergründe produktiv zusammenfinden können. Wer sich für die Commune, Lefebvre, Fragen von Stadt, Übersetzung, Selbstorganisation und Revolution oder einfach für freudvolle Arbeit mit und am Text und historischen Material interessiert, ist herzlich willkommen.


Das Stadtlabor Place Internationale begleitet den Umzug des FFT ins KAP1 am Düsseldorfer Hauptbahnhof und rahmt die Spielzeit 2021/22. Der Auftakt findet ab Anfang September in der Planwerkstatt 378 und an verschiedenen Orten im Düsseldorfer Stadtraum statt; der Abschluss im Mai 2022 im und um das KAP1. In der Zwischenzeit wird Place Internationale in verschiedenen Formaten und Veranstaltungen fortgeführt. Ausführliche Informationen zu Place Internationale gibts hier. 

 

Corona-Hinweis: Wir freuen uns, dass mit der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW nun Geimpften und Genesenen grundsätzlich alle unsere Angebote wieder offenstehen. Unser Hygiene-Konzept folgt den Regeln der jeweils gültigen Corona-Schutzverordnung. Da wir auch in Innenräumen arbeiten, ist eine Teilnahme nach der „3G-Regel“ vollständig geimpften, genesenen oder frisch getesteten Personen möglich, ein Nachweis darüber ist also unbedingt mitzubringen!