März & April im FFT

Die Zeiten sind vorbei, in denen nicht-deutschsprachige Aufführungen in unserem Programm für Aufregung sorgten. Von wegen Inklusion! Mehrsprachigkeit und Übersetzung sind inzwischen ein beliebtes Gestaltungsmittel. Das haben bei uns zuletzt Jun Tsutsui und die Künstler*innen von La Fleur gezeigt. Will Theater ein Aushandlungsort für die Stadtgesellschaft sein, werden Geschichten und Erzählweisen dringend benötigt, in denen unterschiedliche Sprachen und Perspektiven vorkommen – wie im echten Leben. In Düsseldorf zum Beispiel haben 40 % der Bevölkerung einen Migrationshintergrund, der Durchschnittswert für Deutschland liegt bei 25 %. Insgesamt leben in unserer Stadt Menschen aus mindestens 169 Nationen.*

 

Deshalb bringen wir möglichst viele verschiedene Erfahrungen und Erinnerungen zur Sprache, sei es, um vergessenen, unterdrückten oder verleugneten Perspektiven eine Stimme zu geben oder um Geschichte neu zu schreiben. In diesem Sinne: Junge Geflüchtete laden uns in Meeting Strangers ein, ihre Erlebnisse mit uns zu teilen. andcompany&Co plädieren für eine unendliche Geschichte der DDR Vergangenheit. kainkollektiv und Partner*innen aus Kamerun rufen Aliens und Cyborgs auf den Plan, um die koloniale Vergangenheit als Science Fiction neu zu erzählen. She She Pop entreißen herausragende Momente der Performancegeschichte dem kollektiven Vergessen. Monster Truck konfrontieren uns mit tabuisierter familiärer Gewalt. Alles muss raus, alles muss erzählt werden! Und nicht zufällig geht es bei den Stücken für junges Publikum um das Gefühl der Wut, vor der wir keine Angst haben sollten, wenn sie in uns hochkocht!

 

Every voice matters!
Euer FFT

 

*Vgl. Amt für Statistik www.duesseldorf.de bzw. Statistische Bundesamt www.destatis.de