un/seen. Die Szene des Obszönen

23.09.2017

Mit: Maren Butte


Das Obszöne, wenn man es von Theater und Szene aus denkt, beschreibt etwas, das eigentlich nicht sichtbar sein darf, weil es normative Grenzen (des Moralischen, Sittlichen, Ethischen) überschreitet, aber dennoch wahrnehmbar wird. Es ist in Bewegung, schillert zwischen off- und onstage, zwischen Explizitheit und Verleugnung. Seit der Antike erscheinen das Theater und die Künste immer wieder als Verhandlungsorte dieser Grenzen, indem sie Tabuverletzungen und Schockwirkungen provozieren. Doch was, wenn Populismus und Neue Rechte das Obszöne, die ausgestellte Tabuverletzung zum Mittel ihrer Politik machen? Der Vortrag fragt entlang historischer und aktueller Beispiele nach der Schnittstelle von Ästhetik und Politik – mit besonderem Blick auf die Arbeiten von Iggy Lond Malmborg.

 

 

Maren Butte ist seit Oktober 2016 Junior-Professorin für Theaterwissenschaft / Performance Studies am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.