21:00 Uhr
14.06.2019
19:30 Uhr
16.06.2019

All Inclusive

Im Rahmen des Impulse Theater Festival 2019
Julian Hetzel
Performance
FFT Kammerspiele
Dauer: 180 min. ohne Pause / Englisch mit deutscher (14.06.) und arabischer (16.06.) Simultanübersetzung
15 € Vorverkauf / 18 € Abendkasse
8 € Vorverkauf / 10 € Abendkasse (erm.)

Ticket jetzt kaufen

All Inclusive offers painfully familiar scenes that make you laugh just as much as they make you frown. Hetzel exposes the often too pompous intentions of art and is critical about the thin line between engagement and exploitation, including his own.

 

 De Standaard

 

Das vollständige Programm des Impulse Theater Festival Showcase findest du hier.


Im Anschluss an die Vorstellung am 16.6. findet ein Publikumsgespräch in deutscher Sprache mit dem Künstler und Dr. Gregor Jansen, künstlerischer Leiter Kunsthalle Düsseldorf, statt. Moderation: Kathrin Tiedemann, Künstlerische Leiterin FFT Düsseldorf


Aus Leid kann Kunst und damit Geld werden. All Inclusive entwickelt aus dieser Erkenntnis eine böse Satire über die Leichtigkeit, mit der ein westliches Publikum Krieg und Gewalt konsumiert.

 

Das Publikum schaut auf einen Ausstellungsraum, in dem eine Kunstvermittlerin einer Gruppe von Besucher*innen Kunstwerke zeigt, die sich mit der Ästhetisierung von Gewalt auseinandersetzen. Zu sehen sind realistische Darstellungen von Gewalt und Abstraktionen, Objekte, die erst durch Gewaltakte der Ausstellungsbesucher*innen zu Kunst werden, sowie Überbleibsel realer Gewalt. Wer hat das Recht, diese Werke zu verwerten? Der Künstler, der sie sich ausgedacht hat, oder die Menschen, die die Gewalt, auf die hier Bezug genommen wird, real erfahren oder sogar mit dem Leben bezahlt haben?

 

All Inclusive zeigt am eigenen Beispiel, wie in der Kunst auch der größte Horror kommerzialisiert werden kann. Kunst erscheint als Medium, das die grausame Realität in kluge Konzepte überführt und darüber Antworten auf die großen Fragen findet – wenn man Julian Hetzels Kunstvermittlerin Glauben schenken mag. Dem Theaterpublikum steht dies frei. Gilt dies auch für die Besucher*innengruppe auf der Bühne – die angeblich aus Syrien stammt? Und warum ist sie hier? Ein Abend, der keine einfachen Antworten gibt.



Regie: Julian Hetzel. Performer: Kristien de Proost, Edoardo Ripani, Geert Belpaeme. Dramaturg: Miguel Angel Melgares. Künstlerische Leitung: Sodja Lotker. Kostüme: Anne-Catherine Kunz. Produktionsassistenz: Sabine Mangeleer. Technik: Korneel Coessens & Piet Depoortere. Produziert von  CAMPO in Zusammenarbeit mit  with Ism & Heit. Koproduziert von  Frascati Productions, Schauspiel Leipzig, Münchner Kammerspiele. Dank an  Grace Al-Ahmar & Liam Alzafari (rubble art), Hannes Waldschütz (design spin art machine), Niklas Hamman (3 art design) & Printstudio 868. Besonderer Dank an / Special thanks to Ahmad Alhaj-Karim, Ahmed M I Soboh, Alaa Howija, Babak Tolouei, Ban Al-Shaikhli, Dubravko Butina, Emad Khazal, Fadi Rajab, Ghassan Al Najjar, Mina Ahmadyaar, Mohannad F Khalaf, Nadia Alhassanat, Nasrudin Alham, Nazila Bahador, Patrick Debyser, Yara Ward u. a. / a. o.


Julian Hetzel wurde im Schwarzwald geboren und lebt zurzeit in den Niederlanden. Er studierte Visuelle Kommunikation an der Bauhaus Universität Weimar und Theater bei DasArts in Amsterdam. Hetzel entwickelt Arbeiten zwischen Theater, Musik und Medien, häufig mit politischer Dimension und dokufiktionalem Ansatz. Seine Arbeiten werden international produziert und präsentiert. 2017 erhielt er für „The Automated Sniper“, das 2018 im Impulse-Showcase zu sehen war, den VSCD Mime Award. Seit 2018 ist er assoziierter Künstler des Kunstencentrum CAMPO in Gent.