19:00 Uhr
25.01.2020
19:00 Uhr
22.01.2020
19:00 Uhr
24.01.2020

Die drei Leben der Antigone

Von Slavoj Žižek / Im Rahmen der internationalen Performance-Reihe „Eve of Destruction“
AGORA Theater
Theater
FFT Juta
Dauer: 120 min / Sprache: Deutsch
19€/11€ (erm.)

Ticket jetzt kaufen

Star-Philosoph Slavoj Žižek ist am 24.1. persönlich vor Ort und spricht im Anschluss an die Vorstellung im mit Felix Ensslin. Tickets (10€/5€ erm.) dafür müssen gesondert erworben werden!


[…]die Welturaufführung in deutscher Sprache des bislang einzigen Theaterstückes aus der Feder des bekannten slowenischen Philosophen Slavoj Žižek mit dem Titel „Die drei Leben der Antigone“, nach der wohl bekanntesten Tragödie der europäischen Theatergeschichte, der „Antigone“ des Sophokles, die den Freitod wählt. In dem Žižek-Text, der sich als dialektisches Lehrstück versteht, geht es um Gewissen und Gesetz, um Schicksal und Freiheit, um Wahl und Gehorsam, allesamt Themen, die man in vielen Stücken der Agora findet.

Grenzecho, 9.1.2020


Der Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Žižek hat auf der Grundlage von Sophokles‘ Tragödie seine eigene Version der Antigone entwickelt: ein Lehrstück und Theaterexperiment mit drei möglichen Enden, das lange als unspielbar galt. Felix Ensslin inszeniert es mit dem AGORA Theater und das FFT zeigt die Deutschlandpremiere.

 

Die Labdakiden des 21. Jahrhunderts leben über den ganzen Globus verteilt. Doch alle hundert Jahre treffen sich die Nachkommen des Ödipus für ein Familienfest – die Hauptversammlung von Ödipus Inc. Das umfangreiche Erbe von Ödipus, Kreon, Antigone und Co. muss schließlich verwaltet und der Klan in die Zukunft geführt werden. Weil niemand live dabei war, müssen sie sich dabei auf die Erinnerung des Sehers Teiresias verlassen. Dreimal erproben sich Antigone, Kreon und der Chor am überlieferten tragischen Konflikt und versuchen, sich Handlungsmöglichkeiten jenseits ihres vorgegebenen Schicksals zu erspielen. Dreimal werden die Rollen der Protagonist*innen im thebanischen Bruderkrieg neu verteilt, durchgespielt, hingenommen oder abgeschafft.


AGORA-Theater
Das AGORA-Theater wurde 1980 von Marcel Cremer in St. Vith, Belgien, in enger Verbindung zum Studententheater gegründet. Die künstlerische Leitung liegt heute in den Händen von Kurt Pothen. Als freies und professionelles Tourneetheater mit ganzjährigem Spielbetrieb spielt AGORA über 230 Aufführungen pro Jahr in ganz Europa und zählt momentan um die 40 Mitglieder. Von 1980 bis 2016 entwickelte AGORA 45 Inszenierungen im Jugend- und Erwachsenentheater, überwiegend Eigenproduktionen, und spielte bisher rund 4800-mal in 35 Ländern vor über 750 000 Zuschauern. AGORA entwickelt seine Stücke immer in deutscher und französischer Sprache, manchmal auch in Niederländisch oder Englisch. Das Theater erarbeitet Stücke, die die Gegenwart hinterfragen und den Zuschauer inspirieren sollen, sich dem Leben und der Gesellschaft gegenüber aktiv und gestaltend zu verhalten.

 

Slavoj Žižek
Slavoj Žižek ist Philosoph, Psychoanalytiker und Kulturkritiker. Er lehrt Philosophie an der Universität von Ljubljana in Slowenien und an der European Graduate School in Saas-Fee und ist derzeit International Director am Birkbeck Institute for the Humanities in London. Seine zahlreichen Bücher sind in über 20 Sprachen übersetzt. Er war jahrelang Herausgeber der Zeitschrift der slowenischen Lacan-Schule „Wo Es war“ und setzte sich unter anderem mit der Philosophie des Deutschen Idealismus, mit Hegel und mit Karl Marx auseinander, sowie mit zeitgenössischen Denkansätzen aus dem Bereich des Poststrukturalismus, der Medientheorie, des Feminismus und der Cultural Studies. In seinen über 20 Monographien bemüht er sich zunächst um eine lacanianische Lesart der Philosophie, der Populärkultur und in den letzten Jahren zunehmend der Politischen Theorie.

 

Felix Ensslin
Felix Ensslin ist Kurator, Theaterautor, Dramaturg, Regisseur, Hochschullehrer und Philosoph. Er arbeitete künstlerisch und kuratorisch u.a. am Deutschen Nationaltheater Weimar, am Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) Karlsruhe und an den Berliner Kunst-Werken. 2009 erschien bei Suhrkamp der Band „Notstandsgesetze von Deiner Hand. Briefe 1968/1969 von Gudrun Ensslin und Bernward Vesper“, der den Briefwechsel zwischen seiner Mutter und seinem Vater zwischen Januar 1968 und Mitte 1969 dokumentiert und zu dem Felix Ensslin eine Nachbemerkung beisteuerte. Seit 2009 ist er Theorieprofessor im neu geschaffenen Lehrstuhl für Ästhetik und Kunstvermittlung an der Kunstakademie Stuttgart. Der Schwerpunkt von Ensslins wissenschaftlicher Arbeit liegt auf der Untersuchung zeitgenössischer ästhetischer und philosophischer Diskurse und der psychoanalytischen Kulturtheorie.

Credits
Spiel Karen Bentfeld, Galia De Backer, Roger Hilgers, Line Lerho, Ania Michaelis, Ninon Perez, Anna Robic, Daniela Scheuren, Matthias Weiland, Nikita Zolotar Musik Wellington Barros Choreografie Catharina Gadelha Szenografie Céline Leuchter Kostüm Petra Kather Lichtdesign Jasper Diekamp Ton Clemens Hörlbacher Voguing Sabrina Karl Remix Nikita Zolotar Regieassistenz Mira Simon Dramaturgie Mona Becker, Christoph Sökler Autor Slavoj Žižek Zusätzlicher Text Felix Ensslin, Mona Becker und Ensemble Regie Felix Ensslin Design Nicolas Kupfer Künstlerische Leitung AGORA Theater Kurt Pothen Koproduktion FFT Düsseldorf. Mit Unterstützung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der Fédération Wallonie-Bruxelles und der Province de Liège. Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen der internationalen Koproduktionsreihe „Eve of Destruction“ gefördert durch die Kunststiftung NRW.