19:00 Uhr
24.09.2021

Communal  Luxury  / Luxus für alle

Im Rahmen von PLACE INTERNATIONALE
Kristin Ross, Guillaume Paoli 
Buchpräsentation
Planwerkstatt 378, Erkrather Straße 191, 40233 Düsseldorf
Eintritt frei! Anmeldung unter tickets@fft-duesseldorf.de

Zum ganzen Programm von PLACE INTERNATIONALE


»Glänzend und erfrischend unakademisch geschrieben […] Literarischer Genuss und ideale Wegzehrung für kommende politische Kämpfe.«
– Richard Schuberth, Tagebuch

 

“Diese Pflichtlektüre für alle Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft liegt nun 150 Jahre nach den Tagen der unabhängigen Kommune in fließender deutscher Übersetzung vor.”
– Iris Dankemeyer, Neues Deutschland

 

“Sinkende Reallöhne, fragmentierte Arbeitsmärkte, das Verschwinden von Normalbeschäftigungsverhältnissen; dem gegenwärtigen Betrachter erscheinen die ökonomisch unsicheren Zeiten der Kommunarden in mancher Weisen vertrauter als die Welt um 1968. Für Ross ist die Geschichte der Kommune keine Tragödie, weil sie noch nicht zu Ende ist.”
Harry Stopes, Financial Times

 

Ein Experiment, wie es die Welt noch nicht gesehen hat: eine Gesellschaft, errichtet von sich befreienden Arbeitenden. 72 Tage trotzten die Aufständischen der Pariser Kommune nach dem Abzug der preußischen Truppen, die die Stadt im Winter 1870/71 eingekesselt hatten, der nationalen Restauration. Die Pariser Geschehnisse vom 18. März bis zum 28. Mai, die sich 2021 zum 150. Mal jähren, sind seitdem oft erzählt worden. In ihrem bahnbrechenden Essay Luxus für alle löst Kristin Ross sie aus ihrer ereignis- oder sozialgeschichtlichen Beschreibung und geht dem Unabgegoltenen des Pariser Aufstandes nach: dem Vorstellungshorizont seiner Akteure und Akteurinnen und damit auch all jenem, das in der kurzen Dauer des Bestehens der Kommune keine Möglichkeit auf Verwirklichung bekam. Indem Ross den Blick weg von Revolte und blutiger Niederlage hin zur Reform des Bildungswesens, den Plänen zur Umgestaltung von Kunst und Handwerk und der Neuerfindung der politischen Willensbildung in Klubs und Volksversammlungen lenkt, wird die erstaunliche Modernität der Gedankenwelt der Kommunarden sichtbar: die Idee einer Weltrepublik, das Bemühen, die hierarchische Trennung von Kopf- und Handarbeit ebenso zu überwinden wie die Unterdrückung der Frau und nicht zuletzt die Vorstellung eines luxe communal als eines Luxus für alle. 

 

Im Rahmen von “Place Internationale “ präsentiert die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin Kristin Ross ihr jüngst auf Deutsch erschienenes Buch “Luxus für alle” und stellt ihre Thesen der Publikumsdiskussion. Moderiert von Guillaume Paoli (Autor von „Soziale Gelbsucht“) 

 

 

Sa 25.9., 14 – 17 Uhr

Kristin Ross

Lecture und Public Seminar zu Thesen von „Luxus für alle“ und zur Aktualität der Commune. 


Der Eintritt für alle Veranstaltungen von PLACE INTERNATIONALE ist kostenlos. 
Anmeldung und Fragen unter tickets@fft-duesseldorf.de

 

Corona-Hinweis: Eine Teilnahme an den Veranstaltungen ist nur nach der 3G-Regel, vollständig geimpften, genesenen oder frisch getesteten Personen (Schnelltest max. 48 h alt) möglich. Bitte zeigt euren Nachweis beim Einlass vor. Bitte tragt euren Mund- und Nasenschutz, wenn ihr nicht am Platz seid und haltet Abstand voneinander. Wenn ihr auf eurem Platz sitzt, könnt ihr den Mund- und Nasenschutz abnehmen. Wendet Euch an das FFT-Team, wenn Ihr Fragen habt. Wir helfen Euch gerne!


Kristin Ross
Kristin Ross (geb. 1953) ist emeritierte Professorin für vergleichende Literaturwissenschaft an der New York University. Sie ist vor allem für ihre Arbeiten zur französischen Literatur und Kultur des 19., 20. und 21. Jahrhunderts bekannt. Ross erhielt ihren Ph.D. von der Yale University im Jahr 1981 und hat seitdem eine Reihe von Büchern geschrieben, darunter The Emergence of Social Space: Rimbaud and the Paris Commune (1988), Fast Cars, Clean Bodies: Decolonization and the Reordering of French Culture (1995) und May ‚ 68 und seine Nachleben (2002). 2015 erschien ihr Buch Communal Luxury: The Political Imaginary of the Paris Commune. Für Fast Cars, Clean Bodies wurde Ross mit einem Critic’s Choice Award und dem Lawrence Wylie Award for French Cultural Studies ausgezeichnet. Professor Ross hat außerdem ein Guggenheim-Stipendium und ein Stipendium des Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey, erhalten. Ross hat auch mehrere Werke aus dem Französischen übersetzt, darunter Jacques Rancieres The Ignorant Schoolmaster. Neben ihren Forschungsinteressen in französischer politischer Kultur und Literatur gewinnt Ross‘ Arbeit ihren Schwerpunkt durch ihr Interesse an Stadt- und Revolutionsgeschichte, Theorie, Politik, Ideologie und Populärkultur.

Guillaume Paoli
Guillaume Paoli, geb. 1959 , ist ein deutschschreibender französischer Schriftsteller. Ende der 1990er errang Paoli einen Status als Theoretiker der „Glücklichen Arbeitslosen“ und Mitherausgeber ihrer Zeitschrift „müßiggangster“. Seit 2003 ist er auch als „Demotivationstrainer“ tätig.  Die Ergebnisse seiner Forschung werden in dem Buch „Demotivational training“ (2013) gesammelt. Von 2008 bis 2013 war er im Leipziger Centraltheater als „bundes- und vielleicht weltweit erster Hausphilosoph“ eingestellt. Dort leitete er die „Prüfgesellschaft für Sinn und Zweck“ und betrieb eine rege besuchte „philosophische Praxis“. 2014 bis 2017 unterhielt er im Roten Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz die Diskussionsreihe Im Zentrum des Übels. 2018–2019 engagierte er sich publizistisch für die französische Gelbwestenbewegung, daraus entstand das Buch „Soziale Gelbsucht“.

Place Internationale wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mehr dazu