12:00 Uhr
21.04.2018
18:00 Uhr
20.04.2018

ON/LIVE 2018: Das Theater der Digital Natives

Symposium
FFT Juta
10 € für beide Tage

Ticket jetzt kaufen

Das Symposium ON/LIVE diskutiert auch in diesem Jahr über mediale Praktiken im Alltag und in den Künsten. Gemeinsam mit Künstler*innen und Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Pädagog*innen und Digital Natives fragen wir uns, welche Erzählungen, Ästhetiken und Phänomene die Gegenwart bestimmen und welche Kompetenzen wir brauchen, um uns im digitalen Dschungel zurecht zu finden. Bereits zum dritten Mal beleuchten wir in Vorträgen, kurzen „Lightning Talks“ und Diskussionen die Schnittstellen zwischen Kunst, Bildung und Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung.

 

Programm 

Freitag, 20.4.
18 Uhr Vortrag von Prof. Dr. Sonja Gauguin (Mehr dazu gibt es weiter unten!)
19 + 21 Uhr machina eX: ENDGAME, Theater-Game

 

Samstag, 21.4.
12 Uhr Ankommen
13 – 14 Uhr Lightningtalks I (Mehr zu den Lightningtalks gibt es weiter unten!)
14.15 – 15 Uhr Lightningtalks II
15.30 – 16.30 Uhr Workshops
17 – 18 Uhr Wrap Up
19 + 21 Uhr machina eX: ENDGAME, Theater-Game

 

 

Eröffnungsvortrag

 

Prof. Dr. Sonja Ganguin

Digital Native oder Digital Naive?
Medienkompetenz Jugendlicher

 

In der Vergangenheit hat es sich gezeigt, dass jede Medieninnovation spezifische gesellschaftliche Befürchtungen mit sich bringt und immer wieder Kontroll- und Regelungsbedarf erzeugt. Jede Neuerung bedarf der Reflexion über das, was in der Gesellschaft, in Erziehung und Bildung, wichtig und tragfähig ist. Der Medienpädagogik kommt die Rolle des Vermittlers zu, einerseits das Verständnis für die Anliegen der Jugendlichen zu verbessern, andererseits die Jugendlichen darin zu unterstützen, ihre Kommunikationsfähigkeit zu erweitern und Medien kompetent zu nutzen.
Seit Begriffen wie „Net-Generation“ oder „Digital Natives“ steht zudem die Frage im Raum, ob das Aufwachsen mit dem Internet einen prinzipiell anderen Zugriff auf Welt bedeutet und die Perspektiven des Zusammenlebens und der Sozialität verändert. Gleichzeitig – und hier spielen die alten Generationsdebatten eine wichtige Rolle, steht angesichts des Medienverhaltens der jungen Menschen in Frage, ob nicht gerade dieser selbstverständliche Umgang eine unhinterfragte und damit naive Herangehensweise an das Internet erzeugt. Auch wenn die Gefahr des naiven Umgangs, insbesondere mit persönlichen Daten, bei den jüngeren Nutzer*innen besonders häufig thematisiert wird, so trifft sie doch inzwischen auf alle Altersgruppen zu, da ja bislang noch keine Gruppe auf längere Erfahrungswerte zurückgreifen kann. Damit ergibt sich jedoch eine neue Ausgangslage, denn einerseits wird von einer regelrechten Spaltung zwischen den Generationen ausgegangen und andererseits nähern sich die Problematiken im Umgang mit dem Internet an. Insofern erhöht sich der Kommunikations- und Transferbedarf enorm. Ob wir uns nun vorsichtig, skeptisch, begeistert, experimentell, selbstverständlich, unwissend oder naiv mit den neuen Medien beschäftigen, die Medienpädagogik und Medienbildung ist insofern gefragt, als sie den generationsspezifischen Zugang einzelner Altersgruppen fördern und die Generationen miteinander in kreative Kommunikation bringen kann.

 

Sonja Ganguin ist seit 2014 Professorin für Medienkompetenz- und Aneignungsforschung am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie Direktorin des Zentrums für Medien und Kommunikation (ZMK) an der Universität Leipzig. Davor studierte sie von 1998 bis 2003 Erziehungswissenschaften an der Universität Bielefeld. 2009 promovierte sie zu dem Thema „Computerspiele und lebenslanges Lernen“. Darauffolgend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FernUniversität Hagen sowie an der Universität Paderborn in den Bereichen Bildungstheorie, Medienpädagogik und empirische Medienforschung. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Medienkompetenz, Medienkritik, Mobile Medien, Digitale Spiele und empirische Medienforschung.

 

Die Lightningtalks

 

Sheherazade Becker und Linda Dudacy
TINCON – Die Jugendkonferenz für die digitale Gesellschaft

Seit 2016 findet mit der TINCON das erste Festival für digitale Jugendkultur in Berlin und Hamburg mit bis zu 1.500 Teenagern statt. 2019 möchte die Jugendkonferenz auch nach NRW kommen, um mit 13- bis 21-Jährigen über YouTube, Games, Politik, Medien und eigentlich das ganze Internet zu sprechen.

 

Seit Anfang 2017 ist Linda Dudacy bei der TINCON dabei und nachdem sie im letzten Jahr die Programmassistenz und die Leitung für das Projekt U21-Bühne übernommen hatte, ist sie seit diesem Jahr für die Programmleitung verantwortlich. Sheherazade Becker ist ebenfalls seit dem letzten Jahr Teil des TINCON-Teams und übernahm mit Beginn des Jahres die Projektleitung.

 


Finn Cam
Democratic Playground
Ein Einblick in den Probenprozess

Tag für Tag prallt unser Bewusstsein schonungslos auf das anderer Menschen – Menschen mit anderer kultureller Prägung, anderer Herkunft, anderen Alters und anderen Überzeugungen. Kein Wunder also, dass wir nicht immer die gleiche Meinung haben – trotzem einigen wir uns auf Dinge, sind in einem ständigen Spiel des Austarierens zwischen uns und unserer Umwelt. Heute aber werden wir zu einer temporären Gemeinschaft mit Modellcharakter und wollen unabhängig von unserer eigenen Wahrnehmung ein gleiches Begreifen möglich machen – mit welchen Teambuildingmaßnahmen klappt das am besten?

 

Finn Cam ist seit 2012 eng mit dem FFT verbunden – u.a. durch Teilnahme an verschiedenen Tanz-Theaterproduktionen. Derzeit studiert er Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und würde sich als Performer mit interdisziplinärem Ansatz verstehen. Im letzten Jahr erhielt er den Nachwuchsförderpreis des Landes NRW in der Sparte Theater/Tanz.

 

 

Wera Mahne

FLIRT – Eine Recherche

Im Februar 2018 hatte die Produktion FLIRT – Performance in Laut- und Gebärdensprache am FFT Düsseldorf Premiere. Die Produktion entstand aus einer Online-Recherche bei der sowohl gehörlose als auch hörende Menschen in Videobeiträgen ihre Erfahrungen in nonverbaler Kommunikation einbringen konnten. Ein Thema dem wir täglich und alltäglich ununterbrochen indirekt begegnen. Der Kurzvortrag beschäftigt sich mit der Fragestellung, inwieweit das Internet und die dadurch entstehenden Möglichkeiten eine gleichberechtigte Materialsammlung auf Laut- und Gebärdensprache möglich machen. Wie kann Teilhabe entstehen, die im direkten Miteinander durch Barrieren und Berührungsängsten erschwert ist. Was passiert zwischen den Zeilen – egal auf und zwischen welcher Sprache.  

 

Wera Mahne arbeitet mit ihrem tauben und hörendem Team seit 2014 an einem künstlerischen Zugriff für zweisprachiges Theater. Sie verwirklichte 2018 das zweite Stück am FFT Düsseldorf, in dem Gebärdensprache und Lautsprache gleichberechtigt genutzt und verarbeitet werden. Dabei ist sowohl die Auseinandersetzung mit Zweisprachigkeit auf der Bühne Thema, sowie die unterschiedlichen Darstellungsweisen und Wahrnehmungsweisen ihrer Performer*innen, als auch die Ansprüche des Publikums, wenn es aus hörenden und tauben Menschen bestehen soll. 

 

 

Tim Sandweg
Wir sind die Zukunft. Einblicke in ästhetische Praktiken des Theaters der Dinge

Seit 2016 beschäftigt sich die Schaubude Berlin, Produktionshaus für zeitgenössisches Theater der Dinge, mit der Digitalisierung der Gesellschaft und den Auswirkungen auf die darstellenden Künste. Tim Sandweg gibt einen kurzen Einblick in die dabei entwickelten ästhetischen und inhaltlichen Strategien der koproduzierten Künstler*innen.

 

Tim Sandweg ist Dramaturg und Autor und seit der Spielzeit 2015/16 Künstlerische Leiter der Schaubude Berlin und des internationalen Festivals „Theater der Dinge“. Von 2009 bis 2014 Dramaturg und stellvertretender Künstlerischer Leiter am Puppentheater Magdeburg. Seit 2009 Mitglied der Redaktion des Magazins für Puppen-, Figuren- und Objekttheater „double“. Diverse Stückentwicklungen, Bühnenadaptionen und Performances u.a. in Berlin, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, verschiedene Jury-Tätigkeiten und derzeit Vorstandsmitglied des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst.

 

 

Friedrich Kirschner
Spiel && Objekt – ein Masterstudiengang zu theatraler Forschung

Wo und wie kann künstlerische Forschung am und im Theater stattfinden? Welche Rolle spielen die Theaterhochschulen dabei? Der Masterstudiengang „Spiel && Objekt“ der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch will künstlerischer und technischer Entwicklung einen Ort geben.

 

Friedrich Kirschner ist Theaterregisseur, visueller Künstler und Softwareentwickler. Er nutzt Echtzeitgrafik und Videospieltechnologie als Grundlage für interaktive Installationen und situative Dramatik. Seit 2012 ist er Professor für digitale Medien im Fachbereich zeitgenössische Puppenspielkunst der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und leitet dort ab 2018 den Masterstudiengang „Spiel && Objekt“.

 

 

Mathias Prinz (machina eX)
lvl 8 – Rück- und Ausblicke aus acht Jahren Gametheater

Bereits seit acht Jahren arbeitet die Gruppe machina eX an Gametheaterformaten und hat in dieser Zeit rund 20 Produktionen auf die Bühne gebracht. Mit dieser Erfahrung im Rücken beginnen sich für die Gruppe neue Fragen und Herausforderungen zu ergeben. Im Vortrag soll angerissen werden, welche Strategien es für die Zukunft der Arbeit an Gametheater geben kann.

 

Mathias Prinz ist Sounddesigner, Fotograf und Literaturwissenschaftler. Gemeinsam mit machina eX entwirft er seit 2010 Computerspiele im lebensechten Raum. Bei machina eX übernimmt er Aufgaben in Sachen Musik-Hörspiel-Sounddesign, aber auch Dramaturgie-Gamedesign sowie Organisation und Produktion.

 

 

Claudia Saar

„W-ART – Die Kunst des Wartens.“ – Theater ist Service. Service ist Theater.

Was tun, wenn man warten muss? Entstanden als urbane Intervention beim Festival ‚Stadt neu denken‘ des Schauspiel Kölns in Mülheim kann „W-ART – Die Kunst des Wartens“ als Theater und als Service-Projekt begriffen werden. Eine mobile Bushaltestelle als performativer Ort und eine Wartehotline, die das Thema Warten in sich thematisiert. Eine technische Herausforderung und eine innovative Umnutzung einer Callcentersoftware. Zugleich ein best Case darin wie Wirtschaft und Kunst voneinander profitieren.

 

Claudia Saar ist Service-Designerin (KISD, Köln) und Theater- und Kreativschaffende (Die Servicekomplizen). Außerdem sorgt sie bei einem E-Learning Unternehmen für die Verbreitung einer Micro-Learning Software für den Transfer von Softskills. Mit den Servicekomplizen erforscht und bearbeitet sie die Schnittmengen zwischen Theater und Service-Design und gibt Workshops in Service Design Thinking. Sie hat Ende der 80er Snake mit Basic programmieren gelernt und bevorzugt heute Konzepte und Menschen vor Pixel schieben.

 

 

Marielle Schavan (Henrike Iglesias)
OH MY – Arbeit an einem theatralen Live-Porno

OH MY heißt die neue Produktion des Autorinnen-/Performerinnenkollektivs Henrike Iglesias. Darin erforschen sie weibliche* Sexualitäten, tauchen tief in die Bilderwelten von Pornografie ein und drehen ihren eigenen theatralen Live-Porno. Marielle Schavan gibt Einblicke in den aktuellen Arbeitsstand.

 

Marielle Schavan studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie Inszenierung der Künste und der Medien an der Universität Hildesheim. Sie ist Gründungsmitglied des Autorinnen-/Performerinnenkollektivs Henrike Iglesias mit Wurzeln in Hildesheim und Sitz in Berlin. Neben ihrer Arbeit mit Henrike Iglesias forscht sie praktisch zum Thema Selbstinszenierung junger Frauen im Internet.

 

 

Elle Nerdinger
Das surreale Büroleben von Frau Müller

Frau Müller ist Abteilungsleiterin bei der Firma im Eis. Hier erlebt sie in der Abschottung des polaren Standorts surreale Abenteuer in einem Business-Paralleluniversum voller Betonpaläste und kuriosen Kunstinstallationen. Die Geschichten werden auf Twitter anhand von Postings der KI @Archillect erzählt.  

 

Elle Nerdinger, 1978 in Freiburg im Breisgau geboren, studierte an der Bergischen Universität Wuppertal und ist Expertin für digitale Kultur, Cyborgs, Kommunikation und Genderdiplomatie im digitalen Zeitalter. Als Kommunikationsberaterin ist sie für Themen rund um den Effekt der Digitalisierung auf Identitäten und Körper spezialisiert. Mit dem Account @MuellerStory experimentiert Nerdinger mit Twitter als kontexgetriebenes Erzählmedium in der digitalen Öffentlichkeit.

 

 

Elisabeth Wicke und Tom Knevels
Befreit Lernen – Demokratische Schule Düsseldorf

Eine Schule in die gerne Alle gegangen wären: notenfrei – selbstbestimmt – interessenorientiert – frei von Leistungsdruck – jahrgangsübergreifend – individuelle Potentialentfaltung. Der Traum wird wahr: Demokratische Schule Düsseldorf 

 

Tom Knevels ist Pädagoge und hat das 1. Staatsexamen. An der Dermokratischen Schule wird er die Fächer Deutsch, Musik und Mathedidaktik anbieten. Die Motivation für die Demokratische Schule liegt für den Vater zweier Kinder darin, dass sie einen Raum schafft, in dem Kinder ihre eigene Meinung vertreten können.

 

Elisabeth Wicke schloss Ihr Studium der Biologie und Sportwissenschaften mit der ersten und zweiten Staatsprüfung Sekundarstufe 1+2 ab und hat bereits mehrere Jahre Berufspraxis als Lehrerin. Sie wird in der Demokratischen Schule die stellvertretende Schulleiterin werden. Das Schulkonzept der Demokratischen Schule entspricht zutiefst Ihrer inneren Sehnsucht nach dem miteinander Lernen.

 

 

Svenja Wissmann, Junge Tüftler
The Art of Making

Die Junge Tüftler gGmBH aus Berlin stellt sich und das Projekt „Coding For Tomorrow“ aus Düsseldorf vor. Wie können wir Kinder anregen, selbst kreativ und gestalterisch aktiv zu werden? Der Vortrag greift best practice Beispiele, aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf und zeigt wie die Maker-Kultur Einzug in Schule und Freizeit erhalten kann.

 

Svenja Wissmann arbeite als Projektkoordinatorin für das Projekt „Coding For Tomorrow“. In diesem Projekt bringt Sie Kindern und Jugendlichen auf spielerische und kreative Weise die Welt des Programmierens und elektronischen Tüftelns näher.

 

 

 

 

ON/LIVE ist eine Veranstaltung des FFT Düsseldorf in Kooperation mit dem Institut für Kunst und Kunsttheorie und dem Lernbereich Ästhetische Erziehung der Universität zu Köln. Im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.