15:30 Uhr
10.11.2018

Regierungstechniken und Theater

Evelyn Annuß im Gespräch mit Sebastian Kirsch und Kathrin Tiedemann
Im Rahmen des 14. Kongresses der Gesellschaft für Theaterwissenschaft „Theater und Technik“
Gespräch
Polnisches Institut, Citadellstraße 7, 40213 Düsseldorf

Im Gespräch mit dem Theaterwissenschaftler Dr. Sebastian Kirsch stellt Dr. Evelyn Annuß ihr Buch „Volksschule des Theaters – Nationalsozialistische Massenspiele“ (Wilhelm Fink Verlag, 2018) vor.

 

Als Volksschule des Theaters werden populistische Massenspiele nach der Machtübernahme entwickelt. Modern choreographiert, sollen sie das kollektive Bedürfnis hervorrufen, formiert und geführt zu werden. Dabei allerdings wandelt sich ihre Ästhetik grundlegend von einem chorischen Theater, das von der Liturgie und vom kollektiven Auftreten her gedacht wird, zum spektakulären Event.

 

Evelyn Annuß untersucht die gouvernementale Dimension des NS-Massentheaters, analysiert zeitgenössische mediale Dispositivwechsel, internationale wie innenpolitische Konkurrenzen und die widersprüchliche Relation zwischen Propaganda und künstlerischer Avantgarde.

 

Der Eintritt ist frei! Wir bitten um Anmeldung unter tickets@fft-duesseldorf.de

 

Evelyn Annuß ist Literatur- und Theaterwissenschaftlerin und zurzeit Gastprofessorin am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. Sie forscht unter anderem über „Performances in Ethnic Drag“. Habilitation in Bochum über NS-Massenspiele und Promotion in Erfurt über Elfriede Jelinek. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Global Performance Cultures und populäre Kulturen, Theater- und Mediengeschichte, politische Inszenierungen und die Ästhetikgeschichte nichtprotagonistischer Darstellungsweisen. Darüber hinaus hat sie als Kuratorin gearbeitet (Stagings Made in Namibia, u. a. National Art Gallery of Namibia/Berlin Bethanien, Palais des Nations, Genf). Sie hat 2017 die Petition „Zukunft der Volksbühne neu verhandeln“ mitinitiiert.