19:00 Uhr
20.12.2018

Roy Black Power.

Performance und Politik in der Bonner Republik
Vortrag von Verena Meis
Vortrag
FFT Juta
Eintritt frei

»Hervorgegangen aus der schlichten Lust am Spott und am Theater waren die ›Flöhe‹ über die Jahre das profundeste Musikkabarett und lange Zeit die einzige satirisch-politische Rockband der Bundesrepublik«, schrieb die Süddeutsche Zeitung im Mai 1983, als sich Floh de Cologne auflösten. Vorangegangen waren 17 Jahre scharfzüngiger Kulturarbeit im Dienste der sogenannten Malocher, kleiner Leute und das Engagement gegen den aufkeimenden Rechtsextremismus. Zeitgleich formierte sich in Berlin »Hoffmanns Comic Teater« (HCT) um Rio Reiser: »Agitation? Ph! Welch ein Wort. Wir brauchten doch nur die richtigen Klänge von uns zu geben und Ford, nein, Köln würde erwachen und mit den heiligen drei Königen an der Spitze nach Bonn ziehen, um das dort hausende Sklavenhaltergeschlecht zu vertreiben.«  

Der Vortrag spürt dem Wirken der ›Flöhe‹ und des HCT in den 1970er und 1980er Jahren im Kontext der kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Umbrüche in der Bundesrepublik nach und fragt nach dem Verhältnis von Straße, Theater und Politik.
 

Kooperationspartner sind neben der Stadt Düsseldorf die Veranstaltungsorte: FFT Düsseldorf, Goethe Museum Düsseldorf/Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung, Heinrich-Heine-Institut, NRW-Forum, Stadtarchiv Düsseldorf, Zentralbibliothek Düsseldorf, Universitäts- und Landesbibliothek

 

Verena Meis, 1982 in Mönchengladbach geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf und ist promovierte Literatur- und Theaterwissenschaftlerin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gegenwartsliteratur und -theater, Performance, Popkultur und Mensch-Tier-Relationen. Als Mitbegründerin des Qualleninstituts erforscht sie das diaphane Wesen als mediale, ästhetische und ökologische Denkfigur. Verena Meis initiiert verschiedene Projekte an der Schnittstelle von Wissenschaft, kultureller Bildung und künstlerischer Praxis. Sie ist Mitglied im Beirat Tanz Theater der Landeshauptstadt Düsseldorf und derzeit Kuratoriumsmitglied des NRW Landesbüros Freie Darstellende Künste. 2017 absolvierte sie Regiehospitanzen bei René Pollesch und Jan Phillip Gloger. Sie ist außerdem stellvertretende Vorsitzende des FFT Düsseldorf, Mitglied des Beirats des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen und leitet ab der Spielzeit 2018/19 den jungen Freundeskreis des Düsseldorfer Schauspielhauses. Im November 2018 wird sie im Rahmen von LIFFT (Literatur im FFT) //: hyperdrama ihr erstes Stück inszenieren.