20:00 Uhr
30.09.2017

Situation mit Zuschauern

Hauptaktion
Essay-Performance
FFT Kammerspiele
19€
11€ (erm.)

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Die Enthauptung als öffentliches Spektakel gehört in Europa schon lange der Vergangenheit an, wenn man jedoch bedenkt, dass in Deutschland die letzte Hinrichtung mit dem Fallbeil im Jahr 1949 stattfand, ist uns diese archaische Praxis näher, als uns lieb ist. Umso mehr treffen die viralen Propaganda-Videos des IS ins Herz „unserer westlichen Zivilisation“.  Wie sollen wir „Zuschauer“ mit den Video-gewordenen Gräueltaten der IS-Propaganda umgehen? Reicht es aus, wenn zum Beispiel Nachrichtensprecher das Ungeheuerliche für uns in Worte fassen? Oder sollten wir uns mit eigenen Augen dem Horror aussetzen, um uns im Wortsinn selbst ein Bild zu machen?

Die Essay-Performance von Oliver Zahn / Hauptaktion verbindet die Erzählung über Gewalt mit ihrer Abbildung: Was können, müssen oder wollen wir ertragen?
Entscheiden wir uns, die Bilder anzusehen? Und wenn ja, macht uns das zu Zeugen oder zu Voyeuren?

 

<„Zahns Essayperformance ist ein Rationalisierungsakt, und wie perfekt er als Distanzierungsmittel funktioniert, war das beeindruckendste und irritierendste Erfahrungsmoment dieser Premiere“
(22.01.2017, Süddeutsche Zeitung)

 

Von und mit: Banafshe Hourmazdi, Jasmina Rezig, Oliver Zahn. Technische Gestaltung, Licht: Jonaid Khodabakhshi. Dramaturgie, Künstlerische Produktionsleitung: Hannah Saar. Künstlerische Mitarbeit, Outside Eye: Julian Warner. Assistenz: Nele Hussmann. Eine Produktion von HAUPTAKTION. Koproduziert mit den Münchner Kammerspielen und dem HAU Hebbel am Ufer, in Kooperation mit dem Theater Rampe Stuttgart. Gefördert durch die Landeshauptstadt München, den Fonds Darstellende Künste und die Richard-Stury-Stiftung.

 

HAUPTAKTION ist die Produktionsfirma um den Theatermacher Oliver Zahn, den Kulturanthropologen und Musiker Julian Warner und die Produktionsleiterin und Dramaturgin Hannah Saar. Der Name Hauptaktion ist der historischen Praxis der deutschsprachigen Wanderbühnen entnommen. Ihre Arbeiten verstehen sich als theatrale Essays zwischen Konzepttanz, Lecture Performance und auto-ethnografischer Studie. Sie formulieren durch die Aneignung und Analyse historischer und populärer Theaterpraktiken Fragen an gegenwärtige Gesellschaften. Grundlage hierfür bilden archivbasierte Recherchearbeit und verkörpernde Selbstversuche. Zuletzt war die Produktion „Situation mit Doppelgänger“ 2016 im Rahmen des Impulse Theater Festival im FFT zu sehen.

 

Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Theater aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.