April & März im FFT

Dieser eine Seitensprung, der frisierte Lebenslauf, die peinliche Angewohnheit: Jede*r von uns hat ein wohlgehütetes Geheimnis. Mindestens. Es ist unser persönliches Recht auf Selbstschutz. Doch im größeren gesellschaftlichen Zusammenhang kann das Geheimnis schnell um Mittel von Machtmissbrauch werden. Bei Völkermord, Eigentumsverhältnissen, Verbrechen und Unterdrückung gilt das Gebot der rückhaltlosen Aufklärung. Whistleblower*innen werden zu Superhelden*innen der Transparenz.

 

Aber wie verhält es sich mit der Offenheit angesichts von Shitstorm und Hate Speech? Was steckt hinter der Geste radikaler Selbstaufklärung? Gibt es nicht doch gute Gründe, manches im Dunkeln zu lassen? Wollen wir wirklich alles wissen? Müssen wir unbedingt reden? Im März und April bringen wir das Unausgesprochene und Verdrängte, das Peinliche und das streng Geheime auf die Bühne. Künstler*innen bringen Zuschauer*innen dazu, Wahrheiten öffentlich auszusprechen, ohne sie dabei bloßzustellen. Geld, Liebe, die Verbrechen der Geschichte: Unsere Geheimnisse bestimmen, welche Gemeinschaften wir bilden. In diesem Sinne: Kommt vorbei und lasst uns gemeinsam unsere Geheimnisse hüten!